Braune Dußlinger Stangenbohne
Phaseolus vulgaris (alt: Phaseolus vulgaris L. var. vulgaris)
Anbau
Die Braune Dußlinger Stangenbohne wird nach dem letzten Frost im Mai gesteckt, in jedes Pflanzloch sieben bis acht Kerne. Die Bohnenstangen stellt Hilde Vollmer auf, wenn die Pflänzchen etwa zehn Zentimeter hoch sind. Die Erde mal etwas aufhacken, oberflächlich mal das Unkraut entfernen: Viel Pflege brauchen die Stangenbohnen nicht. Sie müssen auf dem Acker normalerweise auch nicht gegossen werden.
Wuchs & Ernte
2,5 bis 3 Meter rankt die Braune Dußlinger Stangenbohne nach oben. Sie hat gelbe und weiße Blüten. Die leicht gebogenen, flachen, grünen Hülsen sind bis 16 Zentimeter lang und 1,5 Zentimeter breit. Geerntet werden die trockenen Hülsen mit den einfarbig braunen Kernen. Sie sind zwischen 12 und 17 Millimeter groß, länglich und eher flach. Die Bohnen werden früh in der Saison reif und die Pflanzen tragen schon Anfang September die letzten trockenen Hülsen.
Geschichte
„Die Braune Dußlinger Bohne stammt von unserer Großelterngeneration“, erzählt die 1953 geborene Hilde Vollmer. Angebaut wurde sie in der Gegend um Tübingen. Seit etwa 1980 erhält Hilde Vollmer mit ihrem Schwager und einige Jahre noch mit ihrer Schwiegermutter die Stangenbohne auf einem Ackerstück am Dußlinger Ortsrand – jedes Jahr zusammen mit anderen Stangenbohnen, Buschbohnen, Kohl, Kartoffeln und Blumen. 2024, als das Gespräch stattfindet, geht Hilde Vollmer davon aus, aus Alters- und Gesundheitsgründen ihren Acker im nächsten Jahr nicht mehr bewirtschaften zu können. „Dann hört für uns eine Tradition auf“, sagt sie: „Deshalb finde ich es gut, wenn übers Genbänkle die Bohnen weitervermehrt werden. Wenn alle aufhören mit dem Anbau von Bohnen, gibt es immer weniger Sorten. Und das ist schade für die nächsten Generationen.“
Verwendung
Von der Braunen Dußlinger Stangenbohne werden die reifen, trockenen Kerne gegessen. Die Kerne lassen sich besonders gut aus den Hülsen lösen. Hilde Vollmer: „Die sind ruckzuck ausgeleifert, die Kerne springen fast von selber raus.“



