Riesenerbse Berta
Pisum sativum (alt: Pisum sativum convar. medullare)
Anbau
Das Saatgut der Riesenerbse Berta kann ab Mitte März direkt ins Beet gesät werden – mit etwa 10 Zentimeter Abstand an ein stabiles Rankgitter oder einen Zaun. Solange die Pflänzchen klein sind, sollte man sie eventuell vor Schnecken und Vögel schützen.
Wuchs & Ernte
Die Riesenerbse Berta ist wuchsfreudig und wächst sehr hoch. Im Garten von Irmgard Scheidl wird sie 1,50 bis 1,60 Meter, in Deutschfeistritz bei Edith Wallner sogar bis zu zwei Meter groß. So hat die Erbse eine angenehme Erntehöhe. Die Pflanze blüht weiß. Die Ernte beginnt etwa zweieinhalb Monate nach der Saat. Die Erbsen werden grün geerntet, dann, wenn die grünen Hülsen prall gefüllt sind. Sie lassen sich ganz leicht aus den Hülsen pulen. Die ersten reifen, gelblichen Samen können ab etwa drei Wochen später geerntet werden. Die Hülsen werden mit bis zu 12 Zentimetern sehr lang. Darin wachsen bis zu 10 Erbsen, auch sie werden außergewöhnlich groß: „Daumennagel-groß“, beschreibt das Irmgard Scheidl.
Geschichte
Die Riesenerbse Berta kommt ursprünglich aus Frankreich und wurde seit der Nachkriegszeit in Semriach, einem kleinen österreichischen Ort in der Nähe von Graz, erhalten. Edith Wallner, Bäuerin aus Deutschfeistritz in der Steiermark, ist seit den 1990er Jahren auf die Suche nach alten Gemüsesorten gegangen, vor allem Bohnen und Kartoffeln: bei Nachbarinnen, Frauen aus der Region. Diese Sorten hat sie hochvermehrt und erhalten. 2010 bekam sie die Riesenerbse von einer etwa 80-jährigen Frau namens Berta aus Semriach, weil, wie sie sagte, „sich von ihren Kindern niemand mehr für die Erbse“ interessiere. Edith Wallner: „Die Berta hat erzählt, dass sie das Saatgut zu ihrer Hochzeit von ihrer Mutter bekommen hat. Die Mutter hat den Samen von ihrem Mann. Er ist aus der Kriegsgefangenschaft aus Frankreich zurückgekommen und hat den Erbsensamen vom Krieg mitgebracht. Die Berta hat die Erbse bis zu ihrem Lebensende angesetzt.“ „Sie hat so gern Erbsenreis gegessen. Und mit der Riesenerbse war der Reis ganz grün mit Erbsen, weil diese Erbsen so groß sind.“ Der Name Riesenerbse Berta stammt von Edith Wallner, sie hat sie in ihrer Heimatregion weitergegeben – unter anderem an Irmgard Scheidl, die die Erbse in Sankt Margareten an der Raab erhält und 2024 dem Genbänkle übergeben hat.
Verwendung
Die Riesenerbse Berta ist eine Markerbse. Gegessen wird nicht die Hülse, sondern die großen, grünen Erbsen. Sie sind eher süß im Geschmack und – bei richtigem Erntezeitpunkt – knackig und nicht mehlig. Die Erbsen werden gekocht. Sie können außerdem, kurz blanchiert, sehr gut eingefroren werden.



